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15.02.10 12:00 Alter: 207 days

Wochenausblick 15.02.2010

Von: Markus Fugmann

Euro-Dollar:

 

Im Endeffekt wenig verändert beendet Euro-Dollar die letzte Handelswoche - dennoch verlief der Handel alles andere als langweilig! Nach einem Start bei 1,3650 und einigem "Hin- und Hergezappel" im Bereich der 1,37 sorgten dann Gerüchte am Dienstag abend bezüglich einer Hilfe für Griechenland für eine Euphorie, die den Euro bis knapp unter den Widerstand bei 1,3850 steigen ließ. Das anschließende Dementi des deutschen Regierungssprechers Wilhelm normalisierte die Lage dann wieder, Anläufe zur Überwindung der 1,38 scheiterten in der Folge. Am Donnerstag dann erneute Schwäche, die die europäische Einheitswährung von 1,38 auf knapp unter 1,36 zurückwarf. Nach einem kurzen Erholungsversuch erreichte der Euro dann am Freitag sein neues Jahrestief bei 1,3530. Mit den anziehenden Aktienmärkten gelang dem Euro dann wenigstens noch ein Wochenschluß über der 1,36.

Das bestimmende Thema ist und bleibt die Griechenland-Frage - wenngleich Griechenland sicher nur die Spitze des Eisbergs ist. Was nun bisher zu dem Thema nach außen gedrungen ist, klingt sehr vage: man sei bereit, Garantien für Griechenland zu geben und bleibt damit im Ungefähren. Das entspricht der bewährten Merkel-Strategie, erst einmal abzuwarten und dann notfalls weiter aussitzen zu können. Am heutigen Montag treffen sich die EU-Finanzminister im Rahmen der Eurogruppe, morgen tagt der ECOFIN, und der Markt erwartet nun konkretere Maßnahmen als das bisherige goodwill.

Die bisherigen Erholungen des Euro fallen weiterhin sehr verhalten aus, und wir gehen weiter davon aus, daß der Euro sein Tief noch nicht gesehen hat. Nach wie vor gilt: solange der Euro die Zone 1,3840/50 noch nicht überwunden hat, bleibt Skepsis angebracht. Bei 1,3741 liegt das 38,2-Fibonacci-Level des Abverkaufs von 1,51 - möglicherweise schafft der Euro noch einmal einen Anstieg bis zu diesem Niveau. Auf der Unterseite findet sich knapp unter der 1,36 Unterstützung, markant ist auch das Tief vom Freitag bei 1,3530. Ein Bruch dieser Zone sollte weitere Abgaben bis 1,3420 nach sich ziehen.

Neben den Treffen der Eurogruppe und der ECOFIN heute und morgen folgen erst ab Mittwoch wichtige Daten: US-Immobiliendaten, die US-Industrieproduktion sowie am abend das Fed-Sitzungsprotokoll. Am Donnerstag kommen dann die US-Erzeugerpreise, der Philadelphia Fed Index und die US-Frühindikatoren, bevor am Freitag die Handelswoche mit einigen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone sowie den US-Verbraucherpreisen endet.

 

 

Dax:

 

In einer recht engen Spanne handelte der Dax in der letzten Woche. Nach einem Start im Bereich 5470 plätscherte der deutsche Leitindex gemächlich vor sich hin, bevor am Dienstag kurz nach Xetra-Schluß die Meldung über die beabsichtigte Rettung Griechenlands für eine impulsive Ralley bis knapp unter 5600 Punkte sorgte. Damit war jedoch bereits das Wochenhoch erreicht, am Donnerstag folgte dann ein kurzer Rücksetzer bis knapp über 5450. Die sich abzeichnende Erholung am Freitag wurde zunächst scharf abverkauft, als die Meldung über die 0,5%-Erhöhung des Mindestreservesatzes für kreditvergebende Banken in China über die Ticker lief. Daß der Dax dann nicht weiter in die Knie ging, war den daueroptimistischen US-Börsen zu verdanken, die am Schluß des Handelstages sogar noch ins Plus drehten. Am heutigen Montag ist Feiertag in den USA, der Dax dümpelt recht lustlos vor sich hin und zeigt vor Xetra-Schluß noch einmal Schwäche - in bullischen Phasen hätte der deutsche Leitindex sicher stark zugelegt, insofern sind Tage, in denen Big Brother Amerika nicht stören kann, immer recht aufschlußreich für die innere Verfassung des Dax.

Es sind drei Großthemen, die über den Märkten schweben - und alle drei sind bislang ungelöst. Zwei davon spielten letzte Woche eine wichige Rolle, nämlich das Griechenland-Debakel sowie das Zins-Thema in China. Mit der Erhöhung des Mindestreservesatzes zieht die chinesische Regierung weitere Liquidität aus dem Markt und sorgt für eine Verknappung der bislang exzessiven Kreditvergabe chinesischer Banken. Es ist nun damit zu rechnen, daß die astronomischen Immobilienpreise in chinesischen Großstädten in sich zusammenfallen werden - der angestrebte Versuch einer weichen Landung der Wirtschaft im Reich der Mitte ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Das dritte große Thema, die Bankenregulierung durch die US-Regierung, ist in der letzten Woche etwas in den Hintergrund getreten, wird aber sehr bald wieder eine entscheidende Rolle spielen. Wichtigster Motor der neuen Bestrebungen ist der vormalige Fed-Chef Volcker, dessen Äußerungen klar in Richtung Beschränkung bzw. Abschaffung des Eigenhandels von in den USA tätigen Banken weisen, was den Aktienmärkten in jedem Fall reichlich Liquidität entziehen würde. Damit fehlt dann der Treibstoff, um die Kurse nach oben zu pushen, mit Folgen auch für die Rohstoffmärkte. Hier tickt also eine Zeitbombe, und es nicht die Frage ob, sondern wann diese Bombe zur Explosion kommt.

Für den Dax bedeutet diese Gemengelage übergeordnet nichts Gutes. Jederzeit mögliche Erholungen sind immer gefährdet durch eines dieser Großthemen, die wie ein Damoklesschwert über den Märkten hängen. Wir glauben daher nicht, daß dem deutschen Leitindex der Sprung über die entscheidende Widerstandszone 5720/35 gelingen wird. Wahrscheinlicher ist unseres Erachtens das Erreichen der ersten Zielzone bei 5300 Punkten, nach einer kurzen Zwischenerholung dann später der Fall auf unser seit Monaten avisiertes Kursziel bei 5160/80 Punkten.