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Wochenausblick 18.01.2010
Euro-Dollar:
Wahrscheinlich war diese Woche die Woche der Wahrheit für den Euro. Die europäische Einheitswährung konnte sich zu Beginn der Woche zunächst weiter nach oben bewegen mit dem Rückenwind der schwächeren US-Arbeitsmarktdaten der Vorwoche. Erster Anlaufpunkt war die Marke 1,4550, an der sich der Euro jedoch zunächst die Zähne ausbiß. Andererseits endeten Rücksetzer mit schöner Regelmäßigkeit bei 1,4450, wo sich ein solider Boden zu bilden schien. Als dann am Mittwoch der Widerstand bei 1,4550 geknackt wurde und sofort weitere Aufwärtsdynamik bis 1,4580 entstand (die Zone 1,4580-1,4600 hatte wir im letzten Wochenausblick als Widerstand definiert), sprach vieles für einen weiteren Kursanstieg. Doch immer dann, wenn es darauf ankommt, geht dem Euro die Puste aus, der Ausbruch erwies sich als Fehlsignal. Am Donnerstag konnte sich dann der Euro noch im Bereich 1,45 halten, doch in der Nacht zum heutigen Freitag wurde der Bereich 1,4450 unterschritten und im Laufe des Tages auch die 1,44 durchbrochen.
Was drückt auf den Euro? Zunächst einmal die Aussagen Trichets, der keinerlei Zinsanhebung oder andere Liquiditätsverknappungen in Aussicht stellte und damit keine Argumente für den Euro lieferte. Der zweite Faktor ist nach wie vor - und daran wird sich auch so schnell nichts ändern - das Problem mit den chronisch kranken Ländern wie Griechenland, Irland etc. Insbesondere die Lage in Griechenland wird immer bedrohlicher, das Land muß immer mehr Zinsen zahlen, um an neues Kapital zu kommen. In dieser sich kontinuierlich verschärfenden Situation erlebt der Dollar ein Comeback als (vermeintlich) sicherer Hafen. Hinzu kommt, daß die Blase am Rohstoffmarkt bald in sich zusammenfallen wird (Dollar-bullisch) und auch an den Aktienmärkten bald ein etwas rauherer Wind wehen dürfte.
Um wieder Hoffnung zu schöpfen, bräuchten die Euro-Bullen zumindest den Wiedereintritt in die Zone 1,4450-1,4550 - und das möglichst zeitnah. Gelingt dies nicht, dürfte die europäische Einheitswährung den Unterstützungsbereich 1,4260-80 ansteuern. Ein letzte Chance ist dann der Bereich 1,4215-30, dessen Unterschreiten unser Kursziel von zunächst 1,40, sodann 1,3745-1,38 aktivieren würde. Wir sind und bleiben skeptisch für den Euro. Erst ein nachhaltiger Überschreiten der Zone 1,4580-1,46 sowie dann noch entscheidender der 1,4680 würde unsere Sicht in Frage stellen.
Dax:
Federn lassen muß auch der Dax. Am Montag war die Welt für den deutschen Leitindex noch in Ordnung, der Dax handelte nur knapp unter 6100 Punkten. Doch enttäuschte Alcoa am Montag mit seinen Zahlen und sorgte für erste Ernüchterung, sodaß der Dax am Dienstag die 6000er-Marke deutlich unterschritt. Zwar gelang im Verlauf der Woche dann wieder der Sprung auf 6000, doch fehlten hier erneut die Anschlußkäufe. Daß die eigentlich guten Zahlen von Intel gestern und heute von JPMorgan abverkauft werden und den Dax unter die 5900 drücken, ist ein heftiges Warnsignal. Denn offensichtlich ist alles Positive bereits längst eingepreist - kein Wunder angesichts des Kursverlaufs in den USA in den letzten Wochen. Somit scheint sich unsere These einer schärferen korektur in der zweiten Januar-Hälfte zu bewahrheiten, die unter anderem durch die US-Berichtssaison eingeleitet wird.
Ein zweiter wichtiger Faktor für die Schwäche der Aktienmärkte ist der Entzug von Liquidität durch die chinesische Notenbank, die angesichts der totalen Überhitzung im Reich der Mitte nun gezwungen ist, immer stärker auf die Bremse zu treten. Damit wird die gigantische Blase in China einer harten Prüfung unterzogen, und die Frage ist nur noch, wie laut der Knall sein wird. A propos China: es wird in den Medien ja derzeit viel darüber berichtet, daß die chinesische Regierung ihre Währung durch die Dollar-Koppelung künstlich niedrig halte, doch ist diese These von erstaunlicher Kurzsichtigkeit. Betrachtet man nämlich die riesige Inflation in China, die sich in steigenden Löhnen, Lebensmitttelpreisen und vor allem als Superblase am chinesischen Immobilienmarkt zeigt, so hilft die Bindung an den Dollar vor allem dazu, diese Inflation weitgehend zu kaschieren. All das geht in der medial verbreiteten China-Euphorie völlig unter, hat aber für den chinesischen Bürger als massive Geldentwertung derzeit drastische Folgen. Das Reich der Mitte ertrinkt geradezu in einer Geldschwemme - und wird in naher Zukunft die Rechnung dafür zu zahlen haben.
Zurück zum Dax: am heutigen Freitag bereits hat der Index die wichtige Unterstützung bei 5860 anvisiert, ein nachhaltiger Bruch hat dann weiteres Abwärtspotential zur Folge. Nächster Anlaufbereich wäre dann die Zone 5750/60 (Hochs aus September 2009), dann folgt 5600 bis 5620. Unser Ziel dieser Korrektur ist jedoch der Bereich 5170 (Hoch aus Mai/Juni 2009 und Tief aus Juli/August 2009). Erst ein Überschreiten des Jahreshoch bei 6100 würde unsere Überlegung hinfällig werden lassen.
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