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Wochenausblick 11.01.2010
Euro-Dollar:
Die vergangene Handelwoche stand im Zeichen der US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag. Im Vorfeld der Daten pendelte der Euro zwischen 1,4480 und 1,4265, ohne klare Richtungstendenz. Die deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Daten (-85.000 Stellen) überraschten den Markt, der sogar mit einer schwarzen Null gerechnet hatte. Zwar sind die nonfarm pay rolls extrem volatil und werden im Nachgang meist erheblich revidiert - dennoch sorgte die Enttäuschung für eine Schwächung des Dollar auf breiter Front. Damit hat sich das alte Muster aufgelöst, nach dem schlechte Daten aus den USA gut für den Dollar waren - das gilt zumindest für Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt.
Der Euro nutzte die Steilvorlage und stieg in einer schnellen Bewegung von 1,4260 knapp über 1,44 und konnte dieses Niveau auch zu Wochenschluß halten. Am heutigen Montag schafft die europäische Einheitswährung dann sogar den Sprung über die 1,45 und hat bislang sein Hoch knapp unter 1,4550 ausgebildet. Damit hat sich die technische Situation für den Euro etwas entspannt: mit Überschreiten des bisherigen Jahreshochs bei 1,4480 hat die doch sehr zaghafte Erholung nach dem Abverkauf von 1,51 wenigstens etwas an Fahrt gewonnen. Der nächste Widerstand lauert nun in der Zone 1,4580-1,46, ein markanter Bereich aus Anfang/Mitte Dezember 2009. Gelänge hier ein Durchbruch, wartet der nächste Widerstand bei 1,4680. Die 1,4680 ist schon ein massiveres Bollwerk, und sollte der Euro auch dieses Niveau überwinden können, wäre das Erreichen der 1,4800 das logische Ziel. Auf der Unterseite sollte der Euro nun möglichst die Zone 1,4460-80 verteidigen, um den Ausbruch von heute Nacht zu bestätigen.
Von der Datenseite her geht es erst ab Mittwoch los (sieht man von der morgigen US-Handelsbilanz ab, die jedoch kaum den Markt bewegen dürfte): dann kommt die EU-Industrieproduktion, der US-Staatshaushalt sowie das Beige Book, am Donnerstag dann die EZB-Sitzung (hier steht die Pressekonferenz Trichets im Fokus), die US-Erstanträge sowie die US-Ein- und Ausfuhrpreise. Am Freitag folgt die US-Industrieproduktion, die US-Verbraucherpreise sowie der NY Empire State Index. Insgesamt dürfte die EZB am Donnerstag das Highlight sein - wir bleiben bei unserer Einschätzung, daß die Erholung des Euro ein vorübergehendes Phänomen ist.
Dax:
Weiterhin zäh verläuft auch in der letzten Woche der Handel im Dax. Der deutsche Leitindex pendelte in Erwartung der US-Arbeitsmarktdaten zwischen 5960 und 6055. Erst die enttäuschenden Zahlen sorgten dann wieder für Volatilität, zuerst nach unten, dann nach oben, weil der Markt die Zinskarte spielte, sprich schwache Daten vom Arbeitsmarkt eine Zinsanhebung der Fed nach Meinung der Marktteilnehmer in weitere Ferne rücken. Dennoch war die letzte Woche nicht sehr aufschlußreich, da das Volumen nach wie vor sehr gering ist und in dieser Woche in den USA die Berichtssaison beginnt. Erst mit den Quartalsergebnissen der US-Unternehmen wird sich herausstellen, ob die Vorfreude der Aktienmärkte berechtigt - oder einfach voreilig war. Man wird sich also die Zahlen heute abend von Alcoa, am Donnerstag von Intel (das Wochenhighlight) sowie am Freitag von JP Morgan sehr genau ansehen und darauf hin abklopfen, ob die inzwischen sehr ambitionierten Niveaus der Aktienmärkte zumindest eine Spur Realismus enthalten.
Im Gegensatz zur letzten Berichtssaison gibt es zwei fundamentale Änderungen: erstens hat man überhaupt keine "Angst" vor den Zahlen, und zweitens herrscht allgemein ein sehr verbreiteter Optimusmus - eine Mischung, aus der gute Short-Märkte gestrickt sind. Auch auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: die aktuelle Bewertung an den Aktienmärkten ist unseres Erachtens nicht fundamental begründet, sondern Ausdruck der überbordenden Liquidität sowie von staatlich gewährten Hilfen - beides hat dazu beigetragen, die Realität zu kaschieren. Insofern ist nun ein Abgleich mit der Realität, sprich die Zahlen der Berichtssaison, ein Gefahrenherd, der den Markt wieder auf den Boden der Tatsachen zurückwerfen kann. Wir sind gespannt, ob unsere Prognose von einer etwas heftigeren Korrektur in der zweiten Januar-Hälfte sich bewahrheiten wird.
Auf der Oberseite hat der Dax Luft bis 6180-6200. Sollte, entgegen unserer Erwartung, die Berichtssaison positiv verlaufen, sind Kursziele im Bereich 6380 (61,8%-Fibonnaci-Level vom Abverkauf 8100 bis 3600) möglich. Auf der Unterseite ist das Tief der letzten Woche bei 5950/60 zu beachten, dann rückt die 5860 in den Fokus. Worst case für den Dax im kurzfristigen Zeitfenster wäre dann der Bereich 5600.
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