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Aktien | Wie funktioniert Aktien-Handel

Geschichtliches

Schon im alten Rom wurden die Erträge der Zölle, Bergwerke und Salinen für einige Jahre an Finanzgesellschaften verpachtet. Sie lösten sich jedoch nach dem Auslaufen der Pacht wieder auf und waren somit noch nicht mit Aktiengesellschaften heutigen Typs zu vergleichen.

Die erste Börse
Die erste Börse wurde 1409 in Brügge gegründet, allerdings trafen sich dort lediglich italienische Kaufleute zum Handeln. In Deutschland folgten 1540 Nürnberg und Augsburg sowie Frankfurt im Jahr 1585. Gehandelt wurden dort jedoch primär Wechsel und andere Zahlungsinstrumente.

Die 1460 entstandene Antwerpener Börse kommt unserem heutigen Börsenbegriff schon näher, denn sie war Treffpunkt von Händlern vieler Nationalitäten. In Antwerpen wurden vor allem Gewürze verkauft, doch bald wurde die Bedeutung der Antwerpener Börse durch Amsterdam als finanziellem Zentrum Europas geschmälert.

Holländische Kaufmannsfamilien schlossen sich bereits gegen Ende des 16. Jahrhundert zusammen, um das Risiko der Seefahrten zu den indonesischen Gewürzinseln auf mehrere Schultern zu verteilen. An den Warenbörsen sammelten sie Fremdkapital ein: Jeder konnte Anteilsscheine (Aktien) kaufen und wurde damit am Gewinn des Überseehandels beteiligt – aber auch an den Verlusten.

Die erste deutsche AG
Die erste deutsche Aktiengesellschaft wurde von Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, am 17. März 1682 ins Leben gerufen: die „Handels-Compagnie auf den Küsten von Guinea". Es folgte die Brandenburgisch Afrikanische Compagnie, die an der afrikanischen Küste mit Pfeffer, Elefantenzähnen, Gold, und Sklaven handeln sowie freies Gewerbe treiben sollte. Die Habsburger gründeten 1719 die Orientalische Gesellschaft, danach folgten diverse Versicherungsgesellschaften der Hansestädte. 1765 wurde in Preußen die Berliner Assekuranz errichtet, 1770 die Private Breslauer Zucker Raffinerie und 1793 die Berliner Zuckersiederei. Finanziert wurden sie über Großbankiers aus dem Privatvermögen der Bürger. Daneben gaben Länder und Provinzen, Gemeinden und Städte Anleihen heraus.

Mit der gesetzlichen Basis von 1870 erlebte das Aktienwesen in Deutschland bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs eine Blütezeit. 1900 gab es mehr als 4500 Aktiengesellschaften. Ende Juli 1914 wurden die deutschen Börsen angesichts der drohenden Kriegsgefahr geschlossen; der Handel mit Wertpapieren wurde außerhalb der Börsen fortgesetzt. Erst ab Dezember 1917 durfte an den deutschen Börsen wieder mit Wertpapieren gehandelt werden.

Der "schwarze Freitag"
Der bedeutendste Börsencrash aller Zeiten, der „Schwarze Freitag", begann am 24. Oktober 1929 in New York. Eine lange Phase der Hochkonjunktur und steigende Börsenkurse hatten die USA in den 20er Jahren zum reichsten Land der Welt gemacht. Auto-, Elektro- und Bauindustrie boomten. Die Welt war bereits damals stark von der US-Konjunktur abhängig. Aktien waren als Geldanlage nicht nur für Banken und Versicherungen attraktiv, sondern auch für breite Bevölkerungskreise. Allmählich wurde klar, dass die US-Firmen die Produktion zu stark ausgeweitet hatten. Der Absatz langlebiger Verbrauchsgüter geriet ins Stocken. Am 24. Oktober begannen an der Wall Street in New York die Kurse zu sinken; tags darauf brachen die Kurse noch stärker ein. Daher beschlossen die meisten Aktionäre, ihre Aktien in der Folgewoche zu verkaufen. Im Schnitt hatten die Aktien bis zum März 1933 ihren Tiefststand erreicht und 75 Prozent ihres Wertes von 1929 verloren.

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