0800 44 11 777

Kursabfrage

Symbol / WKN / Name

actior Newsletter

Aktuelle News per E-Mail.
Jetzt abonnieren »

Handelsstrategien | Risikomanagement

oder: Wie viel Kapital bin ich bereit bei einem Trade zu riskieren?

Risikomanagement beschäftigt sich mit der Frage: wie viel meines Kapitals bin ich bereit, bei einem Trade zu riskieren, also maximal zu verlieren? Diese Frage muss vor jedem Einstieg in einem Markt beantwortet werden. Jeder Trader kennt die Hoffnung, dass sich bei einer Position, die gegen ihn läuft, die Kursbewegung wieder dreht und er zumindest ohne Verlust oder gar mit Gewinn aus dem Trade herauskommt. Fällt der Kurs weiter, so steigt der Verlust (bei einer long-Position). Die Hoffnung wächst, zugleich aber auch die Verzweiflung. Irgendwann verkauft der Trader völlig entnervt mit großem Verlust, weil er die innere Anspannung nicht länger aushält. Öfter dreht der Kurs dann kurz danach in seine Richtung, was den Trader dann psychisch völlig erledigt. Was fehlt diesem Trader? Ganz klar, ein konsequentes Risikomanagement!

Um auch nach einem Verlust weiterhin handelsfähig zu sein, sollte man vor jedem Handel eine Stop-Loss-Marke festsetzen. Das bedeutet, bei einer long-(Kauf-)Position genau den Kurswert zu bestimmen, zu dem verkauft werden soll, wenn der gehandelte Wert fällt und bei einer short-(Verkaufs-)Position genau den Kurswert, zu dem zurückgekauft werden soll, wenn der gehandelte Wert steigt. Die Stop-Loss-Marken können, abhängig vom Markt, direkt als Order beim Broker aufgegeben oder als mentale Marke gesetzt werden.

Wo sollte nun genau diese Marke gesetzt werden? Zum einen kann man sich dabei an charttechnischen Widerständen und Unterstützungen orientieren, d.h. man setzt bei einer long-Position den Stop knapp unterhalb der Unterstützung und bei einer short-Position knapp oberhalb des Widerstandes. Zum anderen sollte man ein persönliches Risikoziel bestimmen. Ein sinnvolles Risikoziel ist z.B.: Pro Trade möchte ich nicht mehr als 2% meines Kapitals riskieren. Kommen wir auf das oben genannte Beispiel zurück. Wir haben 1000 Aktien XYZ zu 20$ gekauft. Hier sollte die Stop-Loss-Marke hier bei 19 11/16 gesetzt werden. Erreicht der gehandelte Kurs diesen Wert, sollte auch zu diesem Wert verkauft werden, um das Risiko zu begrenzen. Tatsächlich könnte vielleicht eine Ausführung zu 19 5/8 $ erreicht werden. Der Verlust betrüge also 3/8$ mal 1000 Stück = 375$ zuzüglich Kommission. Dies entspricht in etwa dem persönlichen Risikoziel von 2% pro Trade.

Beim Aktienhandel an der NASDAQ bietet der bereits mehrfach erwähnte Level II-Screen eine weitere Orientierung an. Hier sind Unterstützungen bzw. Widerstände zu finden, da das potentielle Kaufverhalten anderer Marktteilnehmer über die Angebots- und Nachfragesituation eingesehen werden kann.

Nicht nur für den einzelnen Trade sollte man ein Risikoziel festlegen, sondern auch für den Handelstag, den Handelsmonat.

Das Risikomanagement steht in engem Zusammenhang mit dem Moneymanagement. Bei einem sehr volatilen Wert sollte der Trader mit einer geringeren Investitionsrate einsteigen, kann aber dadurch die Stop-Loss-Marke weiter entfernt vom Einstiegspunkt ansetzen, ohne sein persönliches Risikoziel zu missachten. Bei einem Daytrade sollte er mit verschiedenen Kursbewegungen gegen seine Position rechnen (swings) und deshalb den Stop etwas weiter entfernt vom Einstiegspunkt als bei einem Scalptrade setzen. Durch den geringeren Investitionsgrad beim Daytrade wird das Risiko aber nicht notwendig größer durch den weiter entfernt liegenden Stop.

Ein Art der Gewinnabsicherung bietet der Trailing Stop. Das heißt, in einer Gewinnposition zieht man den Stop nach (bei einer long-Position setzt man ihn herauf, vice versa). Als Orientierung kann man wieder die Charttechnik und Level II nutzen. Dies ist eine gute Methode, um Gewinne auch tatsächlich zu realisieren.