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Handelsstrategien | Moneymanagement


oder: Wie viel Kapital setze ich für einen Trade ein?

Ein Beispiel: Mein Daytrading-Depot weist ein Kapital von 40.000.- € auf, und ich interessiere mich für den Kauf der Aktie XYZ, die zur Zeit an der NASDAQ 20 $ kostet. Wie viel Stück soll ich nun von dieser Aktie kaufen? Zunächst muss man wissen, dass Broker oftmals beim Aktienhandel an der NASDAQ einen Marginsatz einräumen. Das heißt: Der Depotwert beträgt zwar 20.000.- €, aber ich kann prinzipiell für 40.000.-€ Aktien kaufen, habe also doppelte Kaufkraft.

Diese Hebelwirkung ist natürlich interessant und kann auf zwei Weisen ausgenutzt werden: Zum einen kann ich in einem Wert einen maximalen Investitionsgrad von 200% erreichen, zum anderen kann ich besser diversifizieren. Z.B. bin ich mit 50 % meines Kapitals in einen längeren Daytrade investiert und kann währenddessen trotzdem einen Scalptrade mit 100% des Kapitals eingehen. Um nun zu entscheiden, wie viel Aktien ich kaufe, muss ich mir im Klaren darüber sein, welchen Charakter der Trade hat. Falls der Trade als Scalptrade mit einem sehr kurzen Anlagezeitraum gedacht ist und ich ihn in keinem Fall in einen längeren Daytrade umwandeln werde, dann wird der Einsatz zwischen 100% und 200% des Kapital betragen, abhängig von der aktuellen Volatilität des Wertes.

Ist der Trade als Daytrade gedacht, mit einem Anlagezeitraum zwischen 15 Minuten und vielleicht 4 Stunden, werde ich weniger investieren. Grundsätzlich gilt die Richtlinie: Je kürzer der Anlagezeitraum, um so größer der Anteil der eingesetzten Kapitals.

Als Orientierungsgrößen gelten folgende Investitionsgrade: Scalptrading 100-200%, Daytrading 50%, Positionstrading 15%. Diese Größen sind in Abhängigkeit von der aktuellen Volatilität zu variieren: je höher die Volatilität, um so geringer der Investitionsgrad.

Angenommen, in unserem Beispiel der Aktie XYZ läge die Schwankungsbreite bei 1,5 $ in den letzten 15 Minuten. In diesem Fall würde ich 1000 Stück der Aktie kaufen, was einem Investitionsgrad von etwas unter 100% entspricht. Läge die Schwankungsbreite bei 0,5 $, würde ich 2000 Stück kaufen.

Vorsicht ist bei Neuemissionen (IPO‘s) angebracht: Hier ist die Volatilität am ersten Handelstag oftmals besonders hoch, so dass man mit weitaus geringeren Investitionsgraden als 100% Scalping betreiben sollte. Das Moneymanagement ist auch von den speziellen Bedingungen der Börse abhängig. So ist es an der NASDAQ üblich, in 100er Stückzahlen zu handeln. Je nach benutztem Orderweg existiert entweder keine andere Möglichkeit, oder es wäre zwar möglich, ungerade Stückzahlen zu handeln, aber die Chancen einer vollen Ausführung würden dadurch sinken. Es kommt allerdings auch vor, dass man z.B. bei einer 500 Stck. Kauforder eine Teilausführung mit 13 gekauften Aktien erhält. Das Pyramidisieren (Einsteigen in weitere Kontrakte in einer Gewinnposition) ist sicher nur etwas für Profis und vervielfacht die Chancen der Profitabilität, aber natürlich auch die Risiken. Vielmehr sollte die Anzahl der Kontrakte pro Position dynamisch dem wahren Depotwert gemäß der aufgestellten Richtlinien angepasst werden.

 

 

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